Gartennetzwerk

Im Jahr 2012 setzten sich drei Gartenprojekte an einen Tisch und versuchten die Idee umzusetzen, ihre Arbeit und die Menschen, die dahinter stehen, besser kennenzulernen bzw. in Austausch miteinander zu bringen. Es entstand ein Konzept, das im Laufe dieses Jahres versucht wurde, in die Praxis umzusetzen.

Das neu gegründete Gartenprojekt »Querbeet!«, die »Initiative für zeitgenössische Stadtentwicklung« mit ihrem Gartenprojekt »Analinde« und die Nachbarschaftsgärten versuchten sich zu vernetzen und in Austausch zu kommen. Um die Gärten und Akteure vor Ort gegenseitig kennenzulernen und gemeinsam an etwas zu arbeiten und herzustellen und den jeweiligen Garten zu bereichern, wurden anstehende Bauvorhaben gemeinsam erledigt. So lernte man von den praktischen Kenntnissen und den Erfahrungen der anderen und tauschte Wissen und Kompetenzen aus.

Fahrrad-Pumpen-Bau 1
Fahrrad-Pumpen-Bau 2
Fahrrad-Pumpen-Bau 3
Fahrrad-Pumpen-Bau 4
Fahrrad-Pumpen-Bau 5
 

Heraus kamen nicht nur Kontakt und Austauschmöglichkeiten sondern auch ganz praktische Dinge wie ein mobiler Pavillon, ein Geräteschuppen und ein Pumpenfahrrad. Außerdem gab es in jedem Garten sogenannte Gartengespräche zu bestimmten Themen, die natürlich offen für alle Interessierten waren. Die Themen waren:

Nutztierhaltung in der Stadt/urban Farming/Kreislaufwirtschaft

Die Nachbarschaftsgärten halten seit nunmehr 5 Jahren Schweine auf ihrem Gelände und sind zugelassener Mastbetrieb. Seit 4 Jahren gibt es Kaninchen, seit letztem Jahr essen wir Eier unserer eigenen Hühner und in diesem Jahr sollen Bienen dazukommen. Wie weit kann das noch gehen? kann man Tiere mitten in der Stadt artgerecht halten? Was braucht man dazu? Welche Fehler kann man begehen oder sollte man vermeiden.

Wurzeln schlagen - urbane Landwirtschaft am Bürgerbahnhof Plagwitz

Vom Güterbahnhof zum Experimentierfeld für urbane Landwirtschaft. Mit dieser Idee begann die Initiative für Zeitgenössische Stadtentwicklung sich im letzten Jahr für eine Nutzung der brachliegenden, ehemaligen Gleisanlagenfläche. Ob und wie ein Gartenprojekt dort verortet wird, steht noch in den Sternen. Bis dahin betreiben wir, wie so viele Gartenprojekte, sog. Brachflächenzwischennutzung. Und danach?

Stadtgartenpädagogik

In der Stadt lebt man weit weg von der Natur und von ländlichem Raum und hat selten die Möglichkeit beides zu erfahren. Zum Ausgleich sind Schrebergärten entstanden und wurden Parks angelegt, welche in der Regel aber vor allem Rückzugs- und Erholungsorte darstellen. In den in letzter Zeit vielerorts entstandenen urbanen Nachbarschaftsgärten hingegen, wird man auch selbst aktiv und hat die Möglichkeit zusammen mit anderen zu gestalten. Durch das Kultivieren von Gemüsen und Kräutern, und auch durch handwerkliche Tätigkeiten, wird ein Bezug zu alltäglichen, unentbehrlichen Dingen hergestellt, der in der sehr fortgeschrittenen arbeitsteiligen Gesellschaft vielen, wenn nicht den meisten, Menschen verloren gegangen ist.

Das Netzwerkprojekt wurde durch gemeinsame Essen abgeschlossen. Wenn auch nicht alle Ziele erreicht wurden, so wurden doch erste Schritte in die richtige Richtung gemacht. Wir werden sehen, ob es nächstes Jahr eine Neuauflage des Projektes »Leipzigs Gärten lernen sich kennen« gibt. An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten und besonders an  »Anstiften und Ertomis«, die unseren Projekt unterstützten.

Anstiftung-Ertomis